Nachwuchsförderung und die Probleme der Vereine

Der demografische Wandel schlägt sich nicht nur auf dem Arbeitsmarkt nieder, sondern auch im Vereinsleben. Immer mehr Vereine haben mit dem Mangel an Nachwuchs zu kämpfen und können in vielen Bereichen nicht mehr ausreichend Sportler stellen, um an Wettkämpfen teilzunehmen.

Liegt der Anteil an Kindern in den Altersklassen D bis G noch im tragbaren Bereich, werden es bei den A- und B-Junioren immer weniger. Meist spielen hier Ausbildung und andere Interessen die tragende Rolle, dem aktiven Vereinstraining den Rücken zu kehren.

Doch was müsste sich ändern, um die Jugendlichen wieder für den Sport zu begeistern?

Das Umdenken sollte in den Vereinen stattfinden. Flexible Trainingszeiten, abwechslungsreiches Training sowie die Verknüpfung des Vereinslebens mit vielfältigen Freizeitangeboten sind nur einige Faktoren, welche dabei eine Rolle spielen. Der Verein sollte nicht nur der Ort zum Ausüben einer Sportart, sondern viel mehr ein Ort der Gemeinschaft sein. Je mehr sich die Kinder- und Jugendlichen in das Vereinsleben integrieren können und auch ernst genommen werden, desto höher ist gleichzeitig auch der Wille weiter im Verein zu bleiben.

Das Ehrenamt spielt dabei eine entscheidende Rolle. Ein Großteil der Vereine ist auf die ehrenamtliche Arbeit seiner Mitglieder angewiesen um einen reibungslosen Ablauf von Wettkämpfen oder anderer Veranstaltungen zu garantieren. Aus diesem Grund sollte und muss das Ehrenamt mehr gewürdigt werden um nachhaltig junge Sportler für dieses Amt zu gewinnen.

Lösungsansätze im Thüringer Fußball

Der Thüringer Fußball-Verband e.V. bietet seit Beginn des Spieljahres die Möglichkeit an, sogenannte Jugendfördervereine zu gründen. Dies soll auch kleineren Vereinen die Chance bieten Großfeldmannschaften zu melden.

Das Prinzip der Jugendfördervereine: Mindestens zwei Vereine können einen eigenen Verein gründen und ihre leistungsstärksten Fußball-Junioren dort zusammen spielen lassen.

Ein weiterer Lösungsansatz speziell für kleinere Fußballmannschaften, stellen die 24 DFB-Minispielfelder in Thüringen dar. So könnten Turniere und Spiele auch für kleinere Vereine realisiert werden.

»Für diese Idee kämpfe ich weiter bis zum letzten Arbeitstag. [...] Die Vereine sind gut beraten, wenn sie ihren Vereinsegoismus ablegen, mehr zum Wir kommen und die Verantwortung im Territorium sehen.

Wenn es nur 20 Jugendliche in einer Region gibt, können drei Vereine vor Ort nicht jeder eine Jugendmannschaft haben. Hier muss man zusammenarbeiten. In den dörflichen Vereinen ist der Zusammenhalt größer. Dort haben wir noch Reserven und mehr Zusammenhalt, auch der Eltern.

Außerdem sollten natürlich die Sponsorengelder für die Jugend auch wirklich dort eingesetzt werden.« , so Dieter Lippold, Sachgebietsleiter Jugendarbeit beim Thüringer Fußball-Verband.

Alternativen außerhalb des Vereinstrainings

Neben dem alltäglichen Vereinstraining soll den Kindern und Jugendlichen auch Abwechslung z.B. in den Schulferien geboten werden. So bieten einige Vereine spezielle Ausflüge oder Veranstaltungen an, welche während der Ferien stattfinden. Da nicht jeder Verein die Möglichkeiten sowie zeitlich oder finanziellen Voraussetzungen besitzt, solche Events anzubieten, gibt es mittlerweile auch Unterstützung aus den Reihen der Verbände. So bietet speziell der Thüringer Fußball-Verband die Fußballferienschulen für Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 16 Jahren an.

»Der Fußball steht nicht allein im Mittelpunkt, sondern auch die gemeinsame Freizeitgestaltung. [...] Unser Ziel ist es aber auch, darüber neue Mitglieder für unsere Nachwuchsabteilung zu gewinnen.« , so Lippold.

Fazit und Zukunftsaussichten

Nicht nur im Fußball, sondern auch in vielen anderen Sportarten herrscht das Problem einer unzureichenden Nachwuchsförderung. Trainermangel, zu kleine Mannschaften, nicht stattfindende Wettkämpfe und sinkende Umsatzzahlen sind nur einige Folgen, welche sich in vielen Sportvereinen abzeichnen.

Obwohl Thüringen eines der kleinsten Bundesländer ist, gibt es hierzulande unzählige Vereine, welche sich nicht selten spinnefeind sind. Das Problem: Gerade in Zeiten, in welchen die Zuschüsse seitens des Landes immer weniger werden, stehen viele kleinere Vereine vor dem Ruin oder mussten bereits Ihre Geschäftstätigkeit aufgeben. Die Leittragenden sind an erster Stelle die Kinder, welche Ihre Bezugspersonen im Sport, Vereinskameraden und nicht zuletzt im schlimmsten Fall die Lust am Vereinssport verlieren.

Umdenken ist gefragt! Ausbrechen aus den „alten“ Vereinsstrukturen und das Gespräch suchen, um die Nachwuchsförderung aber auch den Vereinssport allgemein voranzubringen.

Quelle: Allgemeiner Anzeiger Sömmerda

 

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