Typische Sportkrankheiten: Symptome und Vorbeugung

Tennisarm, Ringerohr, Boxernase, Ski-Daumen sind nur einige der typischen Überlastungserscheinungen, welche in Sportlerkreisen auftreten können.

Jeder, der etwas für seinen Körper und für seine Gesundheit tun möchte, treibt Sport. So trifft man immer mehr Menschen auch außerhalb der Vereine in Fitnessstudios, Aerobic-Kursen oder auf der Straße beim Joggen an. Doch ähnlich dem Biertrinken gilt auch hier der Leitsatz: Eher in Maßen, statt zu übertreiben. Ein Six-Pack oder eine tolle Strandfigur entstehen eben nicht von heute auf morgen und wer es mit dem Training übertreibt, kann langfristige Folgeschäden davon tragen. Gerade Neueinsteiger sind von dem Phänomen der Überbeanspruchung betroffen, da Ihr Körper meist nicht an solch hohe Belastungen gewöhnt ist.

In unserem heutigen Beitrag stellen wir Euch eine Auswahl typischer Krankheiten vor, welche aufgrund sportlicher Überbelastung entstehen können.

Die bekanntesten Sportkrankheiten

Tennisarm

Die wohl bekannteste Sportkrankheit ist der Tennisarm. Dieser entsteht durch die Überbeanspruchung der Unterarmmuskulatur. Vor allem extreme Überbelastungssituationen oder dauernd wiederkehrende Bewegungen des betroffenen Muskels können einen Tennisarm zur Folge haben. Das Hinterlistige an dieser Verletzung ist, dass nicht nur Sportler betroffen sind. Mögliche Auslöser sind:

  • Einseitige Beanspruchung (z. B. bei Tastatur-/Mausbenutzung)
  • Falsche Haltung (im Beruf, bei der Haus- und Gartenarbeit oder in der Freizeit)
  • Falsche Technik bei Schlägersportarten (Tennis, Badminton, Golf)
  • Falsche Schlafhaltung in der Seitenlage: Verwendung des stark gebeugten Armes als Kopfstütze

Symptome:
Üblicherweise Schmerz und Ziehen an der Außenseite oder lateralen Seite des Ellenbogens, Schmerzen oder Schwäche beim Greifen oder Verdrehen des Handgelenks sowie Schmerzen im Zusammenhang mit Heben von Gegenständen.

Ski-Daumen

Die Seitenbandruptur des Daumens, im Volksmund auch Skidaumen genannt, ist eine häufige Bandverletzung des Daumens. Typischerweise tritt diese Verletzung bei Skifahrern durch das Hängenbleiben in der Schlaufe des Skistocks auf. So können bei einem Sturz die Bänder dehnen oder sogar abreißen.

Symptome:
Deutlicher Druckschmerz über dem ulnaren Seitenband und eine klinische Instabilität sowie eine schmerzhafte Schwellung. Ob es sich bei diesen Anzeichen wirklich um einen Ski-Daumen handelt, kann allerdings nur ein fachkundiger Arzt beurteilen.

Boxernase

Boxernase Quelle:Wikipedia

Die Boxernase ist eine der sichtbarsten Schäden im Gesicht langjähriger Faustkämpfer. Fast alle Profiboxer und auch viele Amateure erleiden im Laufe ihrer Karriere mehrere Brüche des Nasenbeins. Da sie in der Regel zunächst unbehandelt bleiben, wächst das Nasenbein – wenn überhaupt – schief zusammen. Die Nase wird dadurch platt und schief. Durch die zahlreichen Schläge ins Gesicht entsteht so im Laufe der Zeit das klassische Boxergesicht, das auch nach Ende der Karriere bestehen bleibt und nur durch umfangreiche kosmetische Operationen wieder korrigiert werden kann.

Blumenkohlohr

Blumenkohlohr - Foto AP

Bei den Ringern kommt es oft zum sogenannten Ringerohr oder Blumenkohlohr, was das Aussehen desselben sehr gut beschreibt. Besonders bei Sportarten, bei denen der Bodenkampf im Vordergrund steht, ist die Gefahr eines Blumenkohlohrs gegeben. Durch das ständige abrollen oder schieben über den Kopf wird das Ohr nahezu bei jedem Training in Mitleidenschaft gezogen. So tritt diese Sportverletzung beim Judo (Judoohr), Ringen (Ringerohr), Rugby aber auch beim Boxen durch Schläge auf das Ohr sehr häufig auf.

Symptome
Durch Schläge auf das Ohr oder Quetschungen kommt es in der Ohrmuschel zu Blutergüssen. Diese verhindern eine Versorgung des Knorpelgewebes mit Nährstoffen, wodurch dieses abstirbt. Bei einem Ringerohr handelt es sich immer um eine bleibende Entstellung. Bereits bei kleinen Blutergüssen (Hämatomen) sollte daher ein Arzt aufgesucht werden.

Hungerast

Der Hungerast oder auch „Mann mit dem Hammer“ ist eine im Ausdauersport gebräuchliche Bezeichnung für einen plötzlichen Leistungseinbruch infolge eines Kohlenhydratmangels.

Als Ursache gilt, dass die Muskeln dem Blut die benötigte Energie als Glucose entziehen. Damit der Blutzuckerspiegel nicht abfällt, wird Glykogen aus Muskeln und Leber zu Glucose abgebaut. Denn ohne Nahrungsmittelzufuhr kann die Leber den Blutzuckerspiegel nur eine bestimmte Zeit konstant halten und es kommt zum Hungerast. Danach kann der Ausdauersportler die erforderliche Energie nur durch Verbrennung der gespeicherten Fettzellen gewinnen. Dies bedeutet für den Organismus eine deutlich erhöhte Belastung.

Symptome:

  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Gelenkschmerzen
  • Ansteigen der Körpertemperatur
  • Verlust des Bewusstseins

Um dem Hungerast vorzubeugen, sind neben Ausdauertraining, bei welchem der Körper vor allem an die Bereitstellung von Energie aus Fettzellen gewöhnt wird, das rechtzeitige Zuführen geeigneter Kohlenhydrate während des Sports von zentraler Bedeutung. Eine zusätzliche mentale Vorbereitung kann helfen, die psychischen Folgen des Einbruchs zu überwinden.

Sportkrankheiten Quiz

Wir hoffen, dass wir Euch ein wenig Aufschluss über die verschiedenen Krankheiten und Überlastungserscheinungen im Sport geben konnten. Wichtig ist, dass Ihr als Sportler nicht zu viel auf einmal wollt und es mit dem Training nicht übertreibt. Denn wer möchte schon mit einem Blumenkohlohr im Bett liegen, geschweige denn an einem Hungerast leiden? Genau: Niemand! Deshalb hört auf Euren Körper und gebt Ihm auch einmal Zeit zum Verschnaufen.

Diese Zeit könnt Ihr nutzen, um Euer erworbenes Wissen einmal zu testen. Da Ihr ja schon einiges über typische Sportkrankheiten, deren Symptome und mögliche Gegenmaßnahmen erfahren habt, wäre eine reine Wissensabfrage natürlich zu einfach. Deshalb haben wir die Krankheiten im übertragenen Sinne dargestellt.

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