Vereinsmarketing: Online-Marketing (Teil 1) – interne Kommunikation und die eigene Website

„Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“ Dieses Zitat trifft nicht nur auf Unternehmen, sondern auch auf das heutige Vereinsmanagement zu. Das Internet ist, ähnlich wie der Vereinssport, aus dem Alltag der meisten Menschen nicht mehr wegzudenken. Vereine, welche dieses Medium optimal einsetzen, haben einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bei der Mitgliedergewinnung und –bindung.

Die Internetnutzer in Deutschland sind nicht mehr nur die Jungen, denn zunehmend setzen sich auch ältere Menschen mit dem Netz auseinander. Das Institut für Demoskopie Allensbach hat im Jahre 2009 eine Studie zur Internetnutzung in Deutschland durchgeführt:

Internetnutzung in Deutschland nach Altersgruppen (2009):

  • 14 – 29 Jahre (89 Prozent)
  • 30 – 49 Jahre (80 Prozent)
  • 50 – 59 Jahre (68 Prozent)
  • 60 – 64 Jahre (55 Prozent)

Laut Studie waren im Jahre 2009 78 Prozent der Gesamtbevölkerung online. Dieses Jahr benutzen schon 81 Prozent das Internet. Häufigkeit und Dauer der Nutzung sind ebenfalls gestiegen. An einem durchschnittlichen Tag sind 44 Prozent der Männer und Frauen unter 65 Jahre länger als eine Stunde online.

(Quelle: Allensbacher Computer- und Technik Analysen 2009, 2011; Basis: Bundesrepublik Deutschland  Bevölkerung von 14-64 Jahren)

Die heutige Herausforderung der Vereine liegt demnach in der medienübergreifenden Ansprache der einzelnen Zielgruppen. Das Online-Marketing bietet hierbei einen, im Vergleich zu anderen Medien, kostengünstigen und effizienten Weg mit neuen, bisherigen Mitgliedern, Fans und Sponsoren in Kontakt zu treten. Der Vorteil liegt in der Interaktivität des Mediums. So findet keine einseitige Kommunikation, sondern vielmehr ein Dialog zwischen dem Verein und dessen Interessensgruppen statt.

Die Nutzung des Internets im Vereinsleben

Für die Anwendung und Umsetzung einzelner Online-Marketing-Maßnahmen sollte sich der Verein im Vorfeld folgende Fragen stellen:Onlinemarketing im Vereinsleben

  • „Wo stehen wir und wie kommunizieren wir bisher?“
  • „Was sind unsere Ziele und was wollen wir erreichen?”
  • „Was macht die Konkurrenz? Haben wir ein Alleinstellungsmerkmal, durch welches wir uns von anderen Vereinen abgrenzen?“
  • „Welche Maßnahmen sind nötig und wie setzen wir diese um?“
  • „Wann machen wir was und wer wird die einzelnen Maßnahmen umsetzen?“

Hat man diese Fragen im Vorfeld ausgiebig beantwortet, besitzt man danach eine klare Vorstellung davon, wohin der Weg gehen soll. Doch bevor man an die Öffentlichkeit tritt und den Dialog mit Außenständigen sucht, sollte man erst die vereinsinternen Kommunikationswege auf den Prüfstand stellen.

Interne Kommunikation mit Hilfe von Datenbanken, E-Mail und Newsletter

Das „papierlose Büro“ sollte jedem Verein als Vorbild dienen. Aufgrund der Tatsache, dass heutzutage fast jeder einen Internetanschluss besitzt, ist es ein Leichtes die interne Kommunikation darauf abzustimmen. Papier und Versandkosten zur Ankündigung von Treffen oder Veranstaltungen müssen nicht sein, wenn man ebenso an alle Vereinsmitglieder eine E-Mail senden kann. Dies spart nicht nur Zeit, sondern auch Kosten und schont zugleich die Umwelt.

Das Anlegen einer elektronischen Datenbank ist ein wesentlicher Bestandteil für eine vereinfachte und effiziente Kommunikation mit den eigenen Mitgliedern. Ein stets aktualisierter Überblick über die Mitglieder, deren E-Mail-Adressen, Funktionen, Beitragszahlungen uvm., ist somit gegeben.

Newsletter VereineZusätzlich werden passive Mitglieder durch den Erhalt von E-Mails oder Newsletter, in welchen aktuelle Informationen rund um das Vereinsleben stehen, wieder aktiviert und haben trotz Abwesenheit das Gefühl weiterhin am Vereinsleben teilzuhaben. Gerade in ländlichen Regionen, in welchen die einzelnen Mitglieder weit verstreut wohnen, lohnt sich diese Art der Kommunikation.

Der Newsletter kann als grafische E-Mail oder auch als PDF-Datei verschickt werden. So kann man sich auch die Druckkosten für eine Vereinszeitschrift sparen und diese ganz bequem per E-Mail an alle Mitglieder senden. So kann man dauerhaft den Kontakt aufrechterhalten, auch wenn das Vereinsmitglied den Wohnsitz wechselt.

Die ersten Schritte eines professionellen Auftrittes in der Öffentlichkeit

Viele Vereine besitzen bereits einen Internetauftritt und pflegen diesen – mal mehr mal weniger. Die eigene Website versteht sich als „virtuelles Vereinsheim“ und ist in den meisten Fällen der erste Anlaufpunkt eines potentiellen Mitglieds. Es wäre doch schade, wenn sich dieses nicht beim Verein meldet, da es keine oder nur schlecht aufbereitete Informationen findet.

Dies beginnt bereits bei den meisten Vereinen mit der Internet-Adresse und der dazugehörigen E-Mail-Adresse. Eine eigene Adresse gibt es bei unzähligen Anbietern mittlerweile schon ab 30 Euro im Jahr. Die passende E-Mail-Adresse ist mit ein paar Klicks ebenfalls sofort verfügbar und kostenlos dabei.

So nicht:
Adresse: www.vereinsname.business.t-online.de – E-Mail: mustermann@web.de

So ist’s richtig:
Adresse: www.vereinsname.de – E-Mail: mustermann@vereinsname.de

Durch eine einheitliche Kommunikation nach außen wirkt der Verein nicht nur professioneller, die Nutzer können sich die Adressen auch besser merken, wodurch die Wahrscheinlichkeit eines Kontaktes erhöht wird.

Die Gestaltung der eigenen Website

Ähnlich wie beim Essen, isst das Auge bei dem Besuch einer Website sprichwörtlich mit. Der erste Eindruck, welchen man vermittelt bekommt ist immer entscheidend. Da kann der Inhalt zunächst in den Hintergrund rücken. Die optischen Elemente wie etwa Farben, Grafiken und Layout entscheiden darüber, ob ein Besucher bleibt oder nicht. Fühlt er sich wohl auf der Seite, weil Informationen schnell gefunden werden, werden auch die Inhalte häufiger und aufmerksamer konsumiert.

Auf vielen Vereinswebsites toben sich meist ehrenamtliche Webdesigner aus. Und so kommt es, dass es mal hier, mal dort blinkt, Bilder wahllos angeordnet sind, wo gerade Platz ist und die Seite meist komplett überladen wirkt. Klare Strukturen, ein aufgeräumtes Menü und die Festlegung auf zwei max. drei Farben können schon kleine Wunder bewirken und dem Auge dabei helfen, sich zurecht zu finden.

Bekanntmachung der eigenen Website

Hat man einmal eine Adresse angelegt, muss diese natürlich auch bekannt gemacht werden. Denn was bringt eine informative und schön gestaltete Website, wenn sie niemand kennt oder findet?

Offline
Möglichkeiten neue Nutzer auf die eigene Seite zu locken gibt es, selbst ohne Internetkenntnisse viele. Wenn die Website einmal steht und mit Informationen gefüllt ist, kann man diese auch über klassische Offline-Wege publik machen. Hier einige Beispiele:

  • Stadionwerbung
  • Werbung auf dem Vereins- bzw. Mannschaftsbus
  • Trikotwerbung
  • Vereinszeitschrift
  • Schriftzug auf Fanartikeln
  • Werbegeschenke
  • Vereinsfahne
  • Pressemitteilungen, Anzeigen, Ankündigungen
  • Geschäftsausstattung: Visitenkarten, Briefbögen, Kuverts, Rechnungen, Broschüren

Es sollte jede Möglichkeit zur Veröffentlichung der Internetadresse genutzt werden. Je häufiger diese irgendwo erscheint, desto größer ist Wahrscheinlichkeit neue Nutzer und sogar Mitglieder zu gewinnen.

Online
Die meisten Menschen benutzen bei Ihrer Suche im Internet eine Suchmaschine, wie etwa Google, welche einen Marktanteil von über 80% hat. Somit beschränkt sich ein Großteil der Suchmaschinenoptimierung auf die Optimierung für Google, beginnend mit der Festlegung relevanter Begriffe unter welchen man gefunden werden möchte.

Ist es z.B. der Wunsch des Vereins bei der Suche nach „Schiedsrichterausbildung Thüringen“ in den vorderen Suchergebnissen gelistet zu sein, sollte die Website diesen Begriff natürlich auch enthalten. Hierbei empfiehlt es sich die Schlüsselwörter als Überschrift und Text in einem ausgewogenen Verhältnis, möglichst oft vorkommen zu lassen. Der Titel und die Beschreibung der Website spielen hierbei ebenfalls eine entscheidende Rolle.

Sollte man trotz der Seiten-Optimierung nicht auf den vorderen Rängen gelistet sein, z.B. durch zu starke Konkurrenz, bietet sich die Anzeigenschaltung (Adwords) über Google an. Diese Anzeigen werden über und rechts neben den Suchergebnissen angezeigt. Dies lohnt sich allerdings meist nur bei Vereinen, welche entgeltliche Produkte oder Dienstleistungen anbieten und überregional aufgestellt sind. Gerade in ländlichen Gebieten kann man immer noch sehr gute Ergebnisse durch eine reine Textoptimierung der Website erreichen.

Geld und Sponsoren durch eine optimierte Website

Eine gut besuchte Website stellt gerade für Sponsoren eine attraktive Möglichkeit zur Vermarktung der eigenen Produkte dar. So kann man seinen Partnern zusätzlich zu den Standart-Leistungen eine Vermarktungsmöglichkeit bieten, welche 24 Stunden pro Tag von einer spezifischen Zielgruppe abgerufen wird, was in Marketing-Kreisen sehr viel wert sein kann.

Neben der Bannerschaltung auf der eigenen Website gibt es noch einiges mehr, was zu einem effektiven Onlineauftritt gehört. Wie man mit neuen und bisherigen Mitgliedern sowie Fans erfolgreich über die Onlinekanäle kommuniziert und wie man dadurch das eigene Bild in der Öffentlichkeit beeinflussen kann, erfahrt Ihr im nächsten Teil unserer Vereinsmarketing-Serie.

Habt Ihr Fragen zu den angesprochenen Punkten oder wollt bestimmte Themen ausführlicher beschrieben haben, dann sagt es uns einfach in den Kommentaren.


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Eine Antwort auf Vereinsmarketing: Online-Marketing (Teil 1) – interne Kommunikation und die eigene Website

  1. Bill sagt:

    Eine coole Zusammenfassung habt ihr da geliefert. Ich hoffe, das nehmen sich viele Vereine als Leitfaden zu Herzen und man findet nicht mehr so viele semiprofessionelle Homepages.

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