Werbung und Sponsoring im Sport – Informationsflut oder finanzieller Segen?!

Trikots, Mützen, Wände, Banner, Banden und Leinwände… Auch wenn der Ausgang sportlicher Wettkämpfe im Vornherein unbekannt ist, etwas ist gewiss immer da: Die Werbung. Die Sportwelt ist umzingelt von Slogans, Botschaften, Labels und Firmenkennzeichen. Anders bei der Tageszeitung TAZ: Sie ist echauffiert über den Werbedruck, der dem Zuschauer im Sport zugemutet wird. Sie spricht in ihrem Blog (http://blogs.taz.de/hausblog/2011/08/12/taz-verpixelt-werbung-auf-sportfotos/) von ganzen Werbeteppichen, die im Fernsehen wie dreidimensionale Aufsteller aussehen, tituliert das Sportsponsoring als „monströsen Werbewall.“

Magdalena Neuer ist voller Werbung. Die taz verpixelt sie jetzt. Quelle: blogs.taz.de

Magdalena Neuer ist voller Werbung. Die taz verpixelt sie jetzt. Quelle: blogs.taz.de

Doch die Standpunkte sind zweigeteilt: Einerseits sind gerade kleine Sportvereine auf finanzielle Zugaben der Sponsoren und Werbepartner angewiesen, die Auswärtsfahrten, Trikotsätze und gar manche Vereinsfeier finanzieren. Ohne diese Gelder, würden die Zuschauer – egal ob von Profi- oder Amateurverein – keinen konkurrenzfähigen Sport mehr zu Gesicht bekommen. Gerade deshalb nutzen die Vereine und Sportler jede Möglichkeit, um Logos und Werbung von Sponsoren unterzubringen. Die Vereinskassen sind klamm und die Sponsoren bekommen einen immer stärker werdenden Einfluss auf das Geschehen. So dürfen Sportler beispielsweise erst dann Interviews für die Fernsehanstalten geben, wenn die Werbebanner-Wand hinter ihnen steht. Egal ob über blinkenden Werbetafeln, dem Schriftzug auf dem Trikot, ausrollbare Teppiche oder gar komplett vermarktete Bereiche im Stadion, die Vorgabe der Sponsoren lautet stets: Präsenz um jeden Preis! Die TAZ hat mitgezählt: zwei bis fünf Werbelogos sind auf jedem abgedruckten Sportfoto im Schnitt zu erkennen. Diese wirken dadurch kribbel-bunt und der sportliche Aspekt tritt zum Teil in den Hintergrund.

In den nächsten zwei Wochen startet die Zeitung nun eine Gegenoffensive und möchte jegliche Werbelogos auf den Sportseiten weg retuschieren oder überblenden. Damit soll ein Zeichen gegen den stetig wachsenden Werbedruck und die allgegenwärtigen und aufsässigen Logos der Sponsoren gesetzt werden.

Wir alle kennen das Problem der klammen Vereinskassen. Das Projekt Vereinswechsel.de hat sich aus eben diesem Grund gegründet, um Vereinen eine Plattform zu geben, auf der sie sich präsentieren und damit vereinslose oder wechselwillige Sportler auf sich aufmerksam machen können. Und genau diese Sportler sind es, die den Vereinen wiederrum mehr Möglichkeiten im finanziellen Sinne geben. Ob damit die Abhängigkeit von den Sponsoren und Werbepartnern geschmälert wird, kann allerdings auch bezweifelt werden.

Ihr seht, viele Vor- und Nachteile sowie Fragen und Antworten stehen hinter den zunehmenden Sponsoringaktivitäten im Sport. Wir sind nun auf Eure Meinungen und Eindrücke gespannt. Welche Erfahrungen habt Ihr in Euren Vereinen gemacht und wie seht Ihr die Entwicklung im Profi-Sport? Sind die Zuschauer genervt von all der Werbung oder gehört sie einfach mit dazu? Ist der Sport ohne Werbung überhaupt noch vorstellbar?

Diskutiert mit uns! Wir freuen uns auf Eure Beiträge!

Euer Vereinswechsel.de Team.

 

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Eine Antwort auf Werbung und Sponsoring im Sport – Informationsflut oder finanzieller Segen?!

  1. Hannes Meier sagt:

    Hallo Community,

    Ich finde das Thema spannend, kann mich aber nicht zu einer festen Meinung durchringen. Sicherlich ist die Abhängigkeit von Sport und Werbung gegeben, allerdings hat sie mit den Jahren einen solchen Anstieg und Präsenz erfahren, dass ich es sogar aus Werbersicht für kontraproduktiv halte. Zwar sieht man viele Sponsoren über den Eta fliegen, aber merken tu ich mir nur die wenigsten. Ich denke mit weniger Werbung und gleichzeitig größerer Werbepräsenz würde man die gleichen Einnahmen erzielen können und hätte aber für den Werbetreibenden mehr geleistet…

    Final, würde ich eher für weniger Werbepartner mit höherer Präsenz tendieren. Wenn dann die Werbung noch zum Sport und Verein passt, wäre das wahrscheinlich ideal.

    So, das soweit von mir.

    Übrigens, cooles Portal, dass ihr hier aufzieht. Hab mich grad mal umgesehen und finde es eine exzellente Idee.

    Hannes

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